Der Unterschied zwischen gebremstem und ungebremstem Anhänger
Der Unterschied zwischen einem gebremsten und einem ungebremsten Anhänger ist besonders wichtig für Sicherheit und Fahrverhalten. Einige rechtliche Vorgaben sollten zusätzlich beachtet werden. Beide Anhängerarten unterscheiden sich nicht nur in ihrer technischen Ausstattung, sondern auch im zulässigen Gewicht, dem Einsatzbereich und den Anforderungen an Fahrer und Zugfahrzeug.
Der ungebremste Anhänger
Ein ungebremster Anhänger verfügt – wie der Name bereits erklärt – über keine eigene Bremse. Bei einem Bremsvorgang wird der Anhänger deshalb ausschließlich durch die Bremsen des Zugfahrzeugs verzögert. Das bedeutet, dass beim Bremsen die gesamte Bremsleistung vom Auto erbracht werden muss. Man muss also beim Bremsen auch die zusätzliche Masse des Anhängers beachten.
Dies ist auch der Grund dafür, dass ungebremste Anhänger in Deutschland und den meisten europäischen Ländern in ihrem zulässigen Gesamtgewicht stark begrenzt sind. In der Regel dürfen sie ein zulässiges Gesamtgewicht von maximal 750 Kilogramm nicht überschreiten. Liegt das zulässige Gesamtgewicht des Anhängers darunter, ist er ungebremst zulässig, sofern das Zugfahrzeug diese Anhängelast freigegeben hat.
Aufgrund der Begrenzung beim Gewicht werden ungebremste Anhänger häufig für leichtere Transporte eingesetzt, etwa für Gartenabfälle, kleinere Möbelstücke, Motorräder oder leichte Baumaterialien. Allerdings ist dennoch nicht zu vernachlässigen, dass das Fahrverhalten dennoch stark vom Gewicht und der Beladung abhängig ist. Längere Bremswege, eine höhere Belastung der Fahrzeugbremsen und eine größere Anfälligkeit für Schlingern können, insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten oder Gefällefahrten, für den Fahrer relevant sein.
Der gebremste Anhänger
Ein gebremster Anhänger hingegen besitzt eine eigene Bremsanlage, meist in Form einer Auflaufbremse. Eine Auflaufbremse funktioniert mechanisch: Bremst das Zugfahrzeug, so läuft der Anhänger aufgrund seiner Massenträgheit auf die Anhängerkupplung auf. Dieser Druck wird über eine Schubstange auf die Bremsen des Anhängers übertragen und eine aktive Bremsung der Anhängerräder erfolgt. Dadurch wird die Bremsleistung auf Zugfahrzeug und Anhänger gleichermaßen verteilt und die Fahrsicherheit erheblich verbessert.
Gebremste Anhänger sind deshalb auch für deutlich höhere Lasten ausgelegt. In Deutschland dürfen sie je nach Auslegung und Freigabe des Zugfahrzeugs ein zulässiges Gesamtgewicht von über 750 Kilogramm haben, häufig bis 3.500 Kilogramm. Sie kommen daher vor allem im gewerblichen Bereich, im Bauwesen, in der Landwirtschaft oder beim Transport schwerer Fahrzeuge, Boote oder Pferde zum Einsatz. Auch Wohnwagen sind in der Regel gebremst, da ihr Gewicht schnell deutlich über der Grenze für ungebremste Anhänger liegt.
Neben dem höheren Gewicht bringt der gebremste Anhänger jedoch auch mehr technische Komplexität mit sich. Die Bremsanlage muss regelmäßig gewartet und geprüft werden, dies geschieht meist im Rahmen der Hauptuntersuchung. Ein Vorteil des gebremsten Anhängers ist sein stabileres Fahrverhalten sowie kürzere Bremswege und eine bessere Kontrolle durch die Anhängereigene Bremsung, insbesondere bei Notbremsungen oder auf abschüssigen Strecken ist dies relevant.
Was Du rechtlich beachten musst
Ein weiterer Unterschied zwischen den beiden Anhängern betrifft die rechtlichen Rahmenbedingungen. Sowohl bei gebremsten als auch bei ungebremsten Anhängern müssen die zulässigen Anhängelasten des Zugfahrzeugs beachtet werden. Zudem spielen Führerscheinklassen eine Rolle: Mit der Klasse B dürfen Gespanne nur bis zu bestimmten Gewichtsgrenzen geführt werden, während für schwere gebremste Anhänger oft die Klasse BE erforderlich ist.



