Darf mein Pkw als Zugfahrzeug eingesetzt werden und einen Anhänger ziehen?

11. Juni 2019 um 11:59

ZugfahrzeugBevor Ihr eine Anhängerkupplung nachrüstet, müsst Ihr natürlich erst einmal klären, ob Euer Auto überhaupt für die Fahrt mit dem Anhänger ausgelegt und als Zugfahrzeug zugelassen ist. Alle Infos, die Ihr dafür braucht, findet Ihr auf dem Typenschild des Fahrzeugs. Die Daten stehen sowohl im Serviceheft als auch meistens auf einem Aufkleber, der im Reserveradmodul untergebracht ist. Sollte er dort nicht zu finden sein, findet Ihr in der Bedienungsanleitung des Fahrzeugs sicher eine Info, wo Euer Typenschild angebracht ist. Neben dem Fahrzeughersteller und der Genehmigungsnummer ist dort auch die Fahrgestellnummer zu finden. In der zweiten Zeile werden zudem technisch zulässige Gewichte angegeben. Darunter findet Ihr auch das zulässige Gespanngewicht.

Das gibt das zulässige Gespanngewicht an

Wie der Name schon sagt, gibt das Gespanngewicht an, wie schwer das Gespann, also Fahrzeug und Anhänger sein dürfen. Somit ist zunächst einmal klar, dass ein Gespann bestehen darf, also theoretisch ein Anhänger gezogen werden könnte. Dann kommt es auf den Wert an. Vom Gespanngewicht muss das Gewicht des Fahrzeugs abgezogen werden, um zu klären, ob und wenn ja mit welchem Gewicht ein Anhänger gezogen werden kann.

Zusätzlich könnt Ihr auch den Fahrzeugschein zu Rate ziehen, dieser Weg ist einfacher. Der Fahrzeugschein gibt mit den Werten O1 und O2 an, welche gebremste und ungebremste Anhängelast technisch für das Fahrzeug zulässig ist. Wenn Ihr dort keine Werte finden könnt, dann ist das Fahrzeug nicht für die Fahrt mit Anhänger zugelassen.

 

Was passiert, wenn Euer Fahrzeug nicht als Zugfahrzeug zugelassen ist und dennoch einen Anhänger ziehen würde?

Damit ein Fahrzeug für die Anhängerfahrt zugelassen ist, müssen schon in der Entwicklung des Fahrzeugs einige Punkte erfüllt werden. So wird beispielsweise die Motorisierung des Autos auf den möglichen Einsatz als Zugfahrzeug angepasst, oder es werden spezielle Anbaupunkte für die Anhängerkupplung seitens des Fahrzeugherstellers definiert. Auch die Kühlung des Motors und anderer System muss für die Anhängerfahrt gesondert definiert werden. Wenn Euer Auto nicht für die Belastung und den Dienst als Zugfahrzeug geeignet und zugelassen ist, ergeben sich also verschiedene Schäden am Fahrzeug, wenn dieses dennoch zum Ziehen eines Anhängers genutzt wird.

 

 

Der Führerschein für die Fahrt mit dem Anhänger: Die verschiedenen Klassen und was sie bedeuten

15. Mai 2019 um 11:23

Führerschein für die Fahrt mit AnhängerIn Deutschland gibt es viele verschiedene Führerscheinklassen, unter diesen sind auch einige, die das Fahren mit Anhänger regeln und beeinflussen. Wir haben einen Blick auf die verschiedenen Scheine geworfen und fassen Euch die Eckdaten der Scheine einmal zusammen. So wird unterschieden zwischen dem Führerschein Klasse 3, Klasse B, Klasse B96 und Klasse BE.

Der Führerschein Klasse 3

Dieser Schein ist schon älter und wurde durch die Klasse B ersetzt. Er ist zwar alt, jedoch nicht ungültig und bestätigt für seine Inhaber die Erlaubnis, beispielsweise einen Pkw bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht zu fahren. Außerdem ist es mit dem Schein Klasse 3  auch erlaubt, Lkw bis 7,5 Tonnen Gesamtgewicht sowie dreiachsige Züge bis 12 Tonnen Gesamtgewicht (solange das Zugfahrzeug nicht schwerer als 7,5 Tonnen ist) zu fahren. Das heißt, es können auch Gespanne bis 3,5 Tonnen gefahren werden. Ebenfalls eingeschlossen in den Schein Klasse 3 sind Motorräder und  Trikes und landwirtschaftliche Zugmaschinen bis 40 km/h.

Das dürft Ihr mit dem Führerschein Klasse B fahren

Wenn Ihr einen Führerschein der Klasse B habt, dürft Ihr Kraftfahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von bis zu 3,5 Tonnen fahren. Ausgenommen davon sind Motorräder, die unter die Führerscheinklassen AM, A1, A2 und A fallen. Zusätzlich dürfen die angesprochenen Kraftfahrzeuge nicht mehr als acht Sitzplätze zusätzlich zum Fahrersitz haben. Wenn es um das Fahren mit Anhänger geht, so ist es mit dem Führerschein der Klasse B erlaubt, Anhänger mit einer Gesamtmasse von nicht mehr als 750 kg zu ziehen, oder mit einer zulässigen Gesamtmasse von über 750 kg, vorausgesetzt die zulässige Gesamtmasse von Pkw und Anhänger übersteigt den Wert von 3500 kg nicht.

Der Führerschein Klasse B96

Dieser Führerschein ist eine Ergänzung zur Klasse B und wird deshalb zusätzlich im Führerschein vermerkt. Wenn man diese Erweiterung hat, ist es gestattet, Anhänger mit einem Gesamtgewicht von mehr als 750 kg zu fahren. Zusätzlich erhöht sich dann auch das zulässige Gesamtgewicht des Gespanns (also Zugfahrzeug und Anhänger), das man führen darf. Und zwar darf das zulässige Gesamtgewicht beim Schein Klasse B96 zwischen 3500 kg und 4250 kg liegen.

Mit dem Führerschein Klasse BE unterwegs

Wenn Du einen Führerschein Klasse BE hast, dann bist Du maximal flexibel bei der Fahrt mit dem Anhänger. Dieser ist eine Kombination aus der Klasse B und der Erlaubnis mit Anhänger zu fahren. Die zulässige Gesamtmasse des Anhängers darf dabei bis zu 3,5 Tonnen betragen. Dies ist also der Führerschein, mit dem Du den schwersten Anhänger ziehen kannst.

 

Die abnehmbare Anhängerkupplung für den Jeep Wrangler (JL)

12. April 2019 um 12:14

Jeep Wrangler (JL)Der Jeep Wrangler (JL) bringt den bekannten Geländewagen in ein modernes Design. Ab BJ 08/2018 gibt es das Modell mit Ecken und Kanten nun in einem sportlichen Look, der sich natürlich an dem Evergreen und seinem signifikanten Look noch stark orientiert. Seit vielen Jahren ist der Jeep Wrangler ein beliebtes Fahrzeug für Offroadtouren und findet auch im Stadtverkehr zunehmend Verwendung. Der Wrangler eignet sich auch als Zugfahrzeug hervorragend und kann seine Zugstärke mit der passenden Anhängerkupplung unter Beweis stellen.

In unserem Sortiment bieten wir Ihnen eine passende abnehmbare Anhängerkupplung für ein einfaches Nachrüsten. Unsere Anhängerkupplung wird über ein Drehrad des Systems 2040 einfach bedient und kann jederzeit abgenommen werden. Die AHK greift nicht in die hochwertige Optik des Jeep Wrangler (JL) ein und ist zudem einfach zu bedienen. Jeep Wrangler (JL)

 

Die Produktvorteile der abnehmbaren AHK für den Jeep Wrangler (JL) ab BJ 08/2018 im Überblick

  • senkrecht abnehmbare Kugelstange mit MVG-Automatiksystem 2040
  • kein Ausschnitt im sichtbaren Bereich des Stoßfängers
  • Demontage über Drehgriff
  • wegklappbarer Steckdosenhalter
  • auch für Fahrzeuge mit AdBlue-Tank
  • keine Auflastung möglich
  • automatische Verriegelung und abschließbar
  • Elektrosatz mit fahrzeugspezifischen Steckern und NSL-Abschaltung, PDC-Abschaltung fahrzeugseitig, elektronische Blinkkontrolle, LED-kompatibel, ausführliche Montaganleitung

Die technischen Daten für die abnehmbare AHK für den Jeep Wrangler (JL) ab BJ 08/2018

  • D-Wert: 13 kN
  • Anhängelast: 2671 kg
  • Stützlast: 140 kg

Die abnehmbare Anhängerkupplung für Euren Jeep Wrangler (JL) findet Ihr in unserem MVG-Shop mit der Artikelnummer 0849 AS.

Anhängerkupplung ansehen

 

 

Sicher Beladen für die Fahrt mit Anhänger

11. Oktober 2018 um 11:25

BeladenVor der Fahrt mit dem Anhänger ist es wichtig, sich auch mit der Ladung zu beschäftigen. Schließlich kann diese das Fahrverhalten des Gespanns beeinflussen. Wenn Ihr die Checkliste zum Fahren mit Anhänger durchgegangen seid, werdet Ihr Euch auch mit der Ladung beschäftigen. Vielleicht habt Ihr den Anhänger schon beladen, vielleicht müsst Ihr aber auch noch ein paar Teile unterbringen. Dabei ist es wichtig, sich über ein paar Punkte klar zu werden. Der Schwerpunkt des Anhängers ist in der Regel mittig, leicht vor der Achse. Wichtig beim Beladen ist es, nicht nur zu wissen, wo der Schwerpunkt ist, sondern diesen auch bei der Verteilung der Last einzuplanen. Dabei solltet Ihr vor allem darauf achten, die Last gleichmäßig am Schwerpunkt und um den Schwerpunkt herum zu verteilen. Lieber Ihr ladet die Ware etwas weiter vorne ein als zu weit hinten. Wenn Ihr den hinteren Teil überladet, kommt es zu einer negativen Stützlast, diese kann das Gespann bei der Fahrt ins Schleudern bringen.

Zusätzlich solltet Ihr darauf achten, dass große, schwere Ladungsstücke möglichst weit unten am Boden gelagert werden. Ein liegender Schrank ist einfacher zu transportieren als ein stehender, schließlich federt auch dieser Schrank Fahrbewegungen ab und kann seinen eigenen Schwerpunkt beispielsweise beim Fahren um eine Kurve ungewollt verlagern. Wenn der Schrank hingegen liegend transportiert wird, ist auch der Schwerpunkt des Schranks deutlich tiefer und beeinflusst das Fahrverhalten des Anhängers und des ganzen Gespanns deutlich weniger. Wichtig ist außerdem, dass Ihr Eure Ladung stets gut sichert. Zurrgurte und Netze sind eine gute Möglichkeit zur Ladungssicherung, im Ernstfall werden schließlich auch kleinste Ladungen zu gefährlichen Geschossen. Auch umher rutschende Kartons mit Büchern bei einem Umzug sind schwer und können den Anhänger negativ beeinflussen, deshalb solltet Ihr diese so im Anhänger verladen, dass der Bewegungsspielraum eingeschränkt ist, im Zweifel verwendet Ihr am besten auch dabei Sicherungsgurte.

Checkliste vor der Fahrt mit Anhänger

12. September 2018 um 10:28

ChecklisteBevor Ihr Euch mit Eurem Gespann in Bewegung setzt, solltet Ihr bestimmte Punkte von Eurer Checkliste durchgehen und prüfen. Wir haben für Euch die wichtigsten Punkte einmal zusammengestellt, die Ihr unbedingt vor dem Losfahren überprüfen solltet, damit Ihr gut für die nächste Fahrt mit dem Anhänger vorbereitet seid. 

 

Unsere Checkliste: Diese Punkte sind vor der Fahrt mit dem Anhänger zu prüfen

  1. Vergewissert Euch, dass die Kugelkupplung des Anhängers auch tatsächlich auf der Kugelstange des Zugfahrzeug eingerastet ist. An vielen Anhängern ist zur Erkennung eine Markierung vorgesehen, damit Ihr Euch sicher sein könnt, dass alles korrekt ist – auch wenn Ihr das Geräusch zum Einrasten vielleicht einmal überhört habt.
  2. Prüft vor dem Losfahren auf jeden Fall die Blinker und Leuchten. Durch den Elektrosatz sind Zugfahrzeug und Anhänger elektronisch miteinander verbunden, ob dort auch alles korrekt funktioniert, solltet Ihr vor jeder Anhängerfahrt durch ein Überprüfen der Blink- und Leuchtfunktionen abgleichen. Außerdem solltet Ihr auch alle Reflektoren noch einmal unter die Lupe nehmen, sind diese vielleicht zu verschmutzt?
  3. Ist das Sicherungsseil korrekt am Fahrzeug befestigt? In einigen EU-Ländern sind dafür bestimmte Halterungen vorgeschrieben. Wie Ihr das Abreißseil richtig befestigt, stellen wir Euch in unserem Beitrag vor.
  4. Habt Ihr alle Werte eingehalten? Beim Fahren mit Anhänger sollte die Stützlast, die das Fahrzeug und die Anhängerkupplung zulassen, nicht überschritten werden. Dabei kann die Anhängerkupplung oft mehr “aushalten” als das Fahrzeug, maßgeblich ist aber der geringere Wert
  5. Sichert vor dem Losfahren unbedingt Eure Ladung richtig. Große schwere Teile sollten nach unten, das Gewicht sollte grundsätzlich gleichmäßig verteilt sein und nichts sollte hin und her fliegen können. Dadurch kann sich das Fahrverhalten des Anhängers bei der Fahrt ändern und Ihr könnt schnell den Überblick verlieren.
  6. Abschließend solltet Ihr noch einmal um den ganzen Anhänger herumgehen. Ist die Handbremse gelöst? Ist das Stützrad hochgekurbelt? Sind mögliche Klappen geschlossen? Sind die Reifen in einem guten Zusatz? All diese Punkte solltet Ihr mit einem Blick prüfen können und gerade die Reifen im Hinblick auf das Fahren bei verschiedener Witterung in Auge behalten.

 

Nun müsst Ihr Euch nur noch die Innenspiegel am Fahrzeug richtig einstellen und ggf. die Zusatzspiegel in Betrieb nehmen. Dann habt ihr die Checkliste schon abgearbeitet, könnt losfahren und Euren Ausflug mit dem Anhänger beginnen. Gute Fahrt!

 

Rückwärtsfahren leicht gemacht: Fünf Tipps zum Rangieren mit dem Anhänger

31. Juli 2018 um 9:33

RangierenRangieren mit Anhänger, das Einparken und die normale Fahrt ist oft nicht so einfach wie man es sich wünschen würde. Für das Fahren mit einem Anhänger muss man sich schließlich nicht nur an das große Gespann gewöhnen, sondern auch grundsätzlich die Einschränkungen des Führerscheins beachten.

Auch bei aller Übung ist oft das Rangieren und Rückwärtsfahren mit dem Anhänger am schwierigsten. Damit dies bald keine Hürde mehr darstellt, haben wir Euch fünf Tipps zusammengestellt, die das Rückwärtsfahren mit Anhänger leichter machen und Euch für das nächste Rangieren wappnen.

 

Darauf solltet Ihr beim Rangieren mit Anhänger achten

  1. Bevor Ihr los fahrt und den Anhänger beispielsweise in eine Parklücke rangiert, solltet Ihr unbedingt darauf achten, Eure Spiegel so einzustellen, dass Ihr den Anhänger gut sehen könnt. Dabei dürft Ihr auch den Innenspiegel nicht vernachlässigen, dieser wird beim Hängerfahren natürlich deutlich weniger genutzt als sonst, kann Euch aber beim Rückwärtsfahren eine Hilfe sein, da Ihr darin den Anhänger gut beobachten könnt und Euch Orientierungspunkte am Hänger suchen könnt. Sicher kennt der Eine oder Andere dies schon vom Anhängen, wenn man einmal keinen Helfer hat, wird das Anhängen durch Orientierungspunkte am Anhänger auch ohne Hilfe einfacher.
  2. Wenn Ihr rückwärts fahrt, achtet unbedingt darauf, dass Ihr langsam fahrt und lenkt. Je kleiner der Anhänger ist, desto stärker reagiert er auf Eure Lenkbewegungen. Wenn Ihr also alles etwas langsamer macht, könnt Ihr vermeiden, dass der Anhänger plötzlich eine Position eingenommen hat, die Ihr entweder vorher nicht abschätzen konntet oder die Ihr nicht einfach rückgängig machen könnt. Wenn Ihr langsam unterwegs seid, könnt Ihr jederzeit bremsen und auf Bewegungen des Anhängers reagieren.
  3. Wenn Ihr Euch mit den Abständen beim Einparken nicht sicher seid, solltet Ihr Euch einen Einweiser zur Hilfe holen. Wenn Ihr niemanden habt, steigt auf jeden Fall zwischendurch aus und seht Euch an, wieviel Platz zum Rangieren Ihr überhaupt noch habt.
  4. Achtet darauf, dass der Winkel beim Rückwärtsfahren nicht zu steil wird. Denn je steiler der Winkel ist, desto aufwendiger ist das Einparken in die Parklücke auch für Euch. Wenn es möglich ist, fahrt ruhig etwas weiter von der Parklücke weg, dann könnt Ihr ganz entspannt in einem sanften Bogen einparken.
  5. Bei der Wahl der Parklücke solltet Ihr schon vorab darauf achten, dass diese nicht nur selbst groß genug ist, sondern Ihr auch zum Rangieren an sich genug Platz habt. Bedenkt die Länge Eures Gespanns und agiert entsprechend vorausschauend.

 

PDC-Abschaltung: Warum das Auto den Anhänger nicht als Hindernis sieht

30. Mai 2018 um 10:25

PDC-AbschaltungSeit einigen Jahren gehört die sogenannte PDC (Park Distance Control) an PKW zur Standard-Ausstattung. Beim Rückwärtssetzen erkennen Sensoren per Ultraschall Hindernisse hinten, der Bordcomputer gibt dem Fahrer vorne ein optisches und / oder akustisches Signal. Eigentlich müsste ein Anhänger am Zugfahrzeug auch als Hindernis gemeldet werden, da er sich unmittelbar am Heck befindet. Die PDC müsste verrücktspielen und dauerhaft warnen. Tut sie aber nicht. Doch warum eigentlich nicht? Grund ist eine PDC-Abschaltung, die technisch auf verschiedene Art und Weisen realisiert wird.

Heinz Hueber, technischer Leiter unserer Abteilung für Elektrosätze, erklärt, wie die Park Distance Control bei nachgerüsteten Anhängerkupplungen abgeschaltet wird.

  1. Volle Integration in die Bordelektronik des Zugfahrzeugs

Wird eine Anhängerkupplung werksseitig vom PKW-Hersteller verbaut, wird deren Elektronik komplett in die Bordelektronik des Zugfahrzeugs integriert. Im Bordcomputer ist dann der Anhängerbetrieb freigeschaltet, so weiß dann der Bordcomputer automatisch beim Einstecken des Anhängersteckers, dass zum Beispiel die PDC und die Nebelrückleuchte am PKW abgeschaltet werden muss und evtl. die Gespannstabilisierung eingeschaltet wird.

Wird eine Anhängerkupplung nachgerüstet, so könnte diese Integration der Kupplungselektronik in die Bordelektronik des Zugfahrzeugs von einer Fachwerkstatt ebenfalls erledigt werden. Dazu müssen die im Fahrzeug befindlichen Steuergeräte manuell mittels Tester für den Anhängerbetrieb freigeschaltet werden (ACHTUNG nicht jeder Tester kann auch alle Steuergeräte freischalten).
Leider lassen nicht alle Fahrzeughersteller diesen Zugriff auf die intelligente Bordelektronik ohne weiteres zu. Eventuell wird nach einem Vertragswerkstattbesuch die Freischaltung zurückgesetzt. Deshalb lösen die Hersteller der nachrüstbaren Anhängerkupplungen die PDC-Abschaltung durch eine elektronische oder mechanische Anhängererkennung.

  1. Steuermodul im E-Satz übernimmt die Erkennung

In dem zur Anhängerkupplungen mitgelieferten Elektrosatz ist ein Steuermodul eingebaut, dass das Vorhandensein eines Anhängers über die angekoppelte Last der Anhängerbeleuchtung erkennt und die notwendigen Informationen an die Bordelektronik weitergibt. Wir klinken uns damit zwar in die Bordelektronik des Zugfahrzeugs ein, aber ohne Freischaltung. Die PDC-Abschaltung wird entweder über einen P-OFF Schalter, über den immer mehr Fahrzeuge verfügen, manuell ein bzw. ausgeschaltet oder automatisch mittels intelligentem Steuermodul des E-Satzes, das auch die Nebelschlussleuchte bei Anhängerbetrieb am Fahrzeug ab- und am Hänger anschaltet. Nachteil: Weitere Fahrerassistenzsysteme werden nicht angepasst.

  1. Mikroschalter unterbricht Stromzufuhr

Der einfachste Weg ist ein mechanischer Mikroschalter in der Steckdose der Anhängerkupplung. Wird der Stecker des Anhängers eingesteckt, wird der Mikroschalter umgelegt und unterbricht die Stromzufuhr der PDC. Gleichzeitig wird auch die Nebelschlussleuchte am Zugfahrzeug abgeschaltet. Die Nebelschlussleuchte am Anhänger leuchtet dann allein, beim Zugfahrzeug leuchtet nichts mehr.

  1. Digitale Kommunikation über Datenbus (CAN)

Heute kommunizieren viele Fahrzeuge über einen sogenannten Datenbus. Dabei werden alle Informationen im Fahrzeug digital über eine Zweidrahtleitung transportiert. Die Steuergeräte sind über den Datenbus, CAN (Controller Area Network) genannt, miteinander verbunden und tauschen erforderliche Signale über die beiden Leitungen, CAN-High und CAN-Low, aus.

Technisch könnten die modernen Steuergeräte der Anhängerkupplungen sich in den CAN-Bus einklinken und mit den Bordsteuergeräten digital kommunizieren. Dies ist aktuell noch selten der Fall.

Fahren mit dem Bootsanhänger – Das müssen Sie beachten

15. Februar 2017 um 16:02

BootsanhängerBootsanhänger sind für Bootsbesitzer unerlässlich. Schließlich muss das edle Teil irgendwie ans Wasser kommen. Hat man die notwendige Anhängerkupplung nicht gleich beim Neukauf werksseitig installieren lassen, muss eine Kupplung nachträglich eingebaut werden. Davor stehen noch eine Menge Dinge, die es zu beachten und zu bedenken gibt. 

10 Tipps zum Fahren mit Bootsanhänger

1) Einschränkungen des Anhängerführerscheins beachten

Es klingt banal, ist es aber nicht. Bevor Ihr mit Trailer und Boot losfahren könnt, müsst Ihr prüfen, ob Ihr die entsprechende Führerschein-Zulassung besitzt. Bei Führerscheinen der alten Klasse 3 ist das Fahren mit einem Anhänger bis 3,5 Tonnen ohne Einschränkung erlaubt. Seit 1999 ist für den Anhängerbetrieb ab einer Anhängelast von 750 kg ein Führerschein der Klasse BE erforderlich. Dafür wird eine separate Fahrprüfung mit Anhänger durchgeführt. Bootstrailer mit Boot und Ausrüstung überschreiten in der Regel diese Grenze von 750 kg, so dass ggf. eine Fahrprüfung gemacht werden muss.

2) Ist Euer Zugfahrzeug für einen Bootstrailer geeignet?

Diese Frage wird oft vergessen. Viele lassen sich eine Anhängerkupplung montieren und hängen einfach den Anhänger an. Doch nicht jeder PKW hat eine genügend große Anhängelast, um einen Bootstrailer mit Ladung zu ziehen.

Die technisch zulässige Anhängelast ihres PKW finden Sie in der Zulassungsbescheinigung Teil I unter Punkt O.1 (gebremste Anhängelast) und O.2 (ungebremste Anhängelast).

Zu beachten ist, dass die zulässige Anhängelast oder das zulässige Gesamtgewicht des Zugfahrzeuges (technisch zulässige Gesamtmasse, Zulassungsbescheinigung Teil 1, Ziff. F1) durch eine weitere Angabe in den Fahrzeugpapieren eingeschränkt werden könnte, nämlich das zulässige Gesamtgewicht des Zuges.

Das Gesamtgewicht des Zuges setzt sich aus dem tatsächlichen Gesamtgewicht des Zugfahrzeuges einschließlich der Insassen und der Zuladung und dem tatsächlichen Gewicht des Anhängers einschließlich Ladung zusammen. Das tatsächliche Gesamtgewicht des Zuges darf die Angabe in den Fahrzeugpapieren (Zulassungsbescheinigung Teil 1,Ziff. 22) nicht überschreiten.

Sollte also die Summe aus maximal zulässiger Anhängelast und maximal zulässigem Gesamtgewicht des Zugfahrzeuges das zulässige Gesamtgewicht des Zuges überschreiten, kann entweder die zulässige Anhängelast oder das zulässige Gesamtgewicht nicht voll ausgeschöpft werden.

Neben der Anhängelast spielt die Stützlast eine wesentliche Rolle. Die Stützlast wirkt vertikal, das heißt von oben, auf die Kugel der Anhängerkupplung ein. Auch die maximal zulässige Stützlast (Zulassungsbescheinigung Teil 1, Ziff. 13) darf nicht überschritten werden. Eine zu hohe Stützlast führt beim Zugfahrzeug zu einer Überlastung der Heckkonstruktion des Fahrzeuges und gegebenenfalls der Hinterachse. Die Vorderachse kann gegebenenfalls ungünstig entlastet werden (Lenkung und Traktion). Die zulässige Stützlast sollte aus Gründen der Fahrstabilität jedoch möglichst ausgenutzt werden.

Die Stützlast der Anhängerkupplung ist üblicherweise auf die zulässige Stützlast des Fahrzeuges abgestimmt. Im Einzelfall können die Werte für die Anhängerkupplung von den Fahrzeugwerten abweichen. Maßgebend ist dann immer der kleinere Wert.

Wichtig ist die Ermittlung der tatsächlichen Stützlast des Anhängers. Dazu sind entsprechende Stützlastwaagen in verschiedenen Ausführungen im Fachhandel erhältlich. Ersatzweise kann auch eine Personenwaage verwendet werden. Der Anhänger sollte gerade und auf ebenem Untergrund stehen. Durch vorsichtiges Positionieren des Stützrades des Anhängers auf der Personenwaage kann die Stützlast ermittelt werden.

3) Das richtige Kupplungs-Modell

Starr, abnehmbar oder schwenkbar? Das ist die Frage der Fragen. Bevor Ihr eine Anhängerkupplung kauft, solltet Ihr Euch überlegen, welche Anhängerkupplung für Eure Nutzung ideal ist. Fahrt Ihr viel mit dem Anhänger? Legt Ihr Wert darauf, dass die Anhängerkupplung im ungenutzten Zustand nicht sichtbar ist? Ist Euch Flexibilität wichtig? Für Vielnutzer ist eine starre Anhängerkupplung immer eine gute, solide Lösung. Wenn Ihr jedoch flexibel sein möchtet und die Optik des Autos beim Nichtgebrauch der AHK nicht beeinflussen möchtet, sind abnehmbare oder schwenkbare Anhängerkupplungen eine gute Lösung. Diese sind einfach zu bedienen und greifen nicht in das Design des Autos ein, dennoch sind die Anhängerkupplungen bei Bedarf schnell und einfach montiert und direkt einsatzbereit.

4) Produkte made in Germany

Eine Anhängerkupplung ist ein sicherheitsrelevantes Zubehörteil. Deshalb solltet Ihr nicht am falschen Ende sparen und auf das erste, billige Angebot eingehen. Leider wird an vielen Stellen bei der Herstellung der Kupplung gespart. Manchmal können die Passgenauigkeit oder die Montagefreundlichkeit dann stark von hochwertigeren Produkten abweichen.

Ihr als Verbraucher haben nicht die Möglichkeit, gute Anhängerkupplungen von schlechten zu unterscheiden.

Durch einen Kauf einer Anhängerkupplung von einem der namenhaften Hersteller in Deutschland seid Ihr immer auf der richtigen Seite. Konstruktion und Produktion in Deutschland ist nach wie vor ein gutes Zeichen für gute Qualität und hervorragende Produkte.

Ein Tipp: Informiert Euch im Vorfeld über  die verschiedenen Hersteller im Internet. Hat vielleicht ein Bekannter bereits nachgerüstet? Zu den einschlägigen Herstellern auf dem deutschen Markt findet Ihr im Internet viele Berichte und Bewertungen. Sicher ist es einmal einen Blick wert.

5) Macht Euch mit dem Gespann vertraut

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, steht dem Erwerb von Kupplung und Bootstrailer nichts mehr im Wege.

Gerade Anfänger sollten vor der ersten Fahrt bedenken: Im Anhängerbetrieb verhält sich das Fahrzeug anders als im normalen Betrieb:

  •  Der Kurvenradius beziehungsweise der Wenderadius ist größer.
  •  Unter Umständen sind Zusatzspiegel erforderlich, wenn der Anhänger breiter ist als das Zugfahrzeug.
  •  Die Beschleunigung und das Bremsverhalten sind anders.
  •  Die Länge des Gespanns ist in jedem Fall gewöhnungsbedürftig.
  •  Sie müssen wissen, wie groß eine Lücke für das problemlose Einfädeln in den fließenden Verkehr sein muss, um hektische Fahrmanöver und Unfälle zu vermeiden.

Diese Umstände und Fragen erfordern besondere Aufmerksamkeit. Deshalb ist es von enormer Bedeutung, sich mit dem Gespann vertraut zu machen. Ein Fahrsicherheitstraining eignet sich dazu am besten, dort gibt es außerdem viele Tipps und Tricks rund um das Fahren mit dem Anhänger.

6) Wie hoch ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit?

In Deutschland ist beim Fahren mit dem Anhänger eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h zulässig. Es gibt jedoch gemäß der 9. Ausnahmeverordnung zur Straßenverkehrs-Ordnung eine Sonderregelung, die eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h erlaubt. Um eine Genehmigung für 100 km/h zu erhalten, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein.

Das Zugfahrzeug darf nicht schwerer sein als 3,5 Tonnen und muss einen automatischen Blockierverhinderer (allgemein unter ABS bekannt) besitzen. Zudem müssen die Reifen des Anhängers jünger als sechs Jahre sein und mindestens Geschwindigkeitskategorie L (120 km/h) aufweisen.

Wenn der Anhänger dann noch mit einer Bremse und mit hydraulischen Schwingungsdämpfern ausgestattet ist, steht der Fahrt mit dem Bootstrailer nichts mehr im Wege.

Zu beachten ist jedoch, dass die zulässige Gesamtmasse des Anhängers, der mit 100 km/h betrieben werden soll, von weiteren technischen Faktoren abhängt. Sind nur die oben genannten Ausstattungsmerkmale des Zugfahrzeugs und des Anhängers erfüllt, darf die zulässige Masse des Anhängers das 1,1-fache der Leermasse des Zugfahrzeugs betragen. Wiegt das Zugfahrzeug also 2 Tonnen, darf die zulässige Masse des Anhängers 2,2 Tonnen erreichen.

Dieser Wert erhöht sich auf das 1,2-fache, wenn das Zugfahrzeug ein spezielles fahrdynamisches Stabilitätssystem für den Anhängerbetrieb besitzen (im Allgemeinen unter ESP bekannt) besitzt oder der Anhänger mit einer geeigneten Kupplung mit Stabilisierungseinrichtung (Schlingerkupplung) oder mit einem geeigneten fahrdynamischen Stabilitätssystem ausgestattet ist.

Fehlen Bremse oder hydraulischer Schwingungsdämpfer am Anhänger, darf seine zulässige Masse höchstens das 0,3-fache der Leermasse des Zugfahrzeugs betragen. Das kann für einen Bootstrailer zu wenig sein.

Zu guter Letzt muss die zulässige Gesamtmasse des Anhängers kleiner oder höchstens gleich der zulässigen Anhängelast sein und darf die zulässige Gesamtmasse des Zugfahrzeugs nicht übersteigen. Der Anhänger muss so beladen sein, dass die maximal zulässige Stützlast der Kombination annähernd erreicht wird. Dennoch ist das Ausnutzen der zulässigen Stützlast für das Fahrverhalten des Gespannes empfehlenswert.

7) Rangieren mit dem Anhänger

Besonders das Rangieren und Einparken mit einem Anhänger ist nicht einfach und sollte am Anfang geübt werden. Jedes Gespann reagiert unterschiedlich und muss individuell bedient werden. Wichtig ist vor allem, immer die Ruhe zu bewahren. Hektisches Lenken und Vor- und Zurückfahren bringt nichts und hat meistens nicht den gewünschten Effekt. Testet in Ruhe aus, wie der Anhänger reagiert und was Ihr bei Eurem Gespann beachten müsst. Es gilt: Beim Rückwärtsfahren muss entgegengesetzt gelenkt werden, damit der Anhänger in die gewünschte Richtung fährt. Besonders Anfänger sollten vor der ersten, richtigen Fahrt ein paar Übungsrunden mit dem Anhänger drehen. In diesem Zusammenhang sei das noch einmal auf das oben erwähnte Fahrsicherheitstraining hingewiesen.

8) Bergfahrten mit dem Anhänger

Allgemein gilt: Fahrzeuge mit Allradantrieb sind besser für die Fahrt am Berg geeignet und können den Anhänger besser ziehen. Vor allem bei der Anfahrt am Berg vereinfacht das Allradgetriebe die Fahrt. Auch die Fahrt mit einem heckangetriebenen Fahrzeug ist vorteilhafter, da die Traktion der Hinterräder bei einem Heckantrieb begünstigt wird. Die Fahrt bergab sollte in einem möglichst niedrigen Gang erfolgen, um die Bremswirkung des Motors mit auszunutzen.

9) Kurven fahren mit dem Anhänger

Beachtet bei Kurvenfahrten die Länge des Gespanns. Der Kurvenradius ist bei einem Gespann größer. Manchmal geht Euch ‚die Kurve aus‘, da der Anhänger durch den größeren Kurvenradius der eigentlich, gefahrenen Linie nicht folgt.